Beziehungskontext

Schule und Gesellschaft

Antisemitische Schmierereien, islamfeindliche Anspielungen oder das Auftauchen extremistischer Symbole zeigen, wie stark gesellschaftliche Vorurteile und Konflikte in das schulische Umfeld hineinwirken. Auch mediale Inhalte und soziale Netzwerke tragen dazu bei, dass abwertende Haltungen, Verschwörungsnarrative oder Feindbilder in die Schule gelangen. Solche Entwicklungen können Unsicherheit und Ausgrenzung verstärken. Schulen stehen daher vor der Aufgabe, Orientierung zu geben und Medienkritik, Urteils- und Dialogfähigkeit sowie Zivilcourage zu fördern.

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Einschätzung

Wie schätze ich Situationen ein?

Gesellschaftliche Konflikte und Feindbilder wirken auch in den schulischen Alltag hinein. Politische Ereignisse, mediale Debatten oder diskriminierende Symbole im Schulumfeld können das Klima belasten und Kinder wie Lehrpersonen verunsichern. Entscheidend ist, dass Schulen solche Spannungen wahrnehmen, einordnen und eine klare Haltung entwickeln, um Orientierung und Sicherheit zu geben.

Anzeichen
  • Tauchen Symbole, Parolen oder Schmierereien mit diskriminierender Bedeutung im Schulumfeld auf?
  • Werden gesellschaftliche Konflikte ins Klassenzimmer getragen und emotional aufgeladen?
  • Fühlen sich einzelne Gruppen durch Äusserungen, Darstellungen oder Handlungen bedroht oder verunsichert?
  • Reagieren Lehrpersonen und Schulleitung klar und verlässlich – oder bleiben Reaktionen aus?
  • In Formen der Politisierung gelangen gesellschaftliche Konflikte und politische Ereignisse in den schulischen Alltag und beeinflussen Gespräche, Zugehörigkeiten und Positionierungen.
  • Entsolidarisierung zeigt sich dort, wo sich Gruppen zunehmend gegeneinander abgrenzen, Lager entstehen und der Zusammenhalt im schulischen Miteinander geschwächt wird.
  • Sprachlosigkeit entsteht, wenn aus Unsicherheit oder Überforderung klare Reaktionen oder Stellungnahmen ausbleiben und Orientierung fehlt.
  • Durch Normalisierung werden diskriminierende Sprache, Symbole oder Darstellungen schrittweise verharmlost und seltener als problematisch wahrgenommen.
  • Gesellschaftlich verbreitete Vorurteile und Feindbilder, die über Medien, soziale Netzwerke oder öffentliche Debatten in den schulischen Alltag hineinwirken.
  • Polarisierende Diskurse und Verschwörungsnarrative, die komplexe Ereignisse vereinfachen und Freund-Feind-Muster verstärken.
  • Unsicherheiten von Lehrpersonen und Schulleitungen im Umgang mit politischen, religiösen oder weltanschaulichen Themen sowie mit extremistischen Symbolen.
  • Fehlende gemeinsame Orientierungen der Schule, wie auf gesellschaftlich geprägte Diskriminierung, Provokationen oder Symbolik reagiert werden soll.

Aktiv werden

Wie können wir handeln?

Orientierung geben

Gesellschaftliche Spannungen, Fehlinformationen und diskriminierende Tendenzen wirken auch in die Schule hinein. Lehrpersonen und Schulleitungen können diese Entwicklungen nicht steuern, aber sie können Orientierung geben – durch Wissen, eine klare Haltung und gelebte Werte im schulischen Alltag.

Eine Schule, die Rechte schützt, Vielfalt anerkennt und Zivilcourage stärkt, wird zu einem Ort, an dem Kinder und Erwachsene lernen, sich in einer komplexen Welt zu orientieren und Position zu beziehen, ohne andere abzuwerten.

Im Schulalltag umsetzen

Orientierung wird wirksam, wenn Haltung, Bildung und schulische Strukturen zusammenwirken. Dazu gehört, gemeinsame Orientierungen zu entwickeln und eine klare Position gegen Hass und Diskriminierung im Alltag sichtbar zu leben. Ebenso wichtig ist die Stärkung von Kompetenzen: Medienkritik, Demokratieverständnis und historische Bildung unterstützen einen reflektierten Umgang mit gesellschaftlichen Themen. Ein bewusst gestalteter Friedensraum bietet einen verlässlichen Rahmen, in dem Dialog, unterschiedliche Perspektiven und Zivilcourage eingeübt werden können. Damit diese Ausrichtung nachhaltig nachhaltig wirkt, wird sie verbindlich in Leitbildern, Schulentwicklung und Qualitätssicherung verankert.

Fallbeispiele

Beispiele aus dem Schulalltag

Unterstützung und Materialien
Wer kann in solchen Situationen unterstützen?
Melde-, Fach- und Beratungsstellen
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