Auch im schulischen Team wirken Dynamiken wie Polarisierung, Tabuisierung oder Schuldzuweisung. Schweigen gegenüber antisemitischen oder islamfeindlichen Aussagen kann Vorurteile verfestigen und Betroffene isolieren. Gesellschaftliche Konflikte wirken in das Kollegium hinein und machen es notwendig, gemeinsam Orientierungen zu entwickeln, Regeln für einen respektvollen Dialog zu vereinbaren und Weiterbildungsangebote wahrzunehmen.
Das Kollegium prägt massgeblich, wie eine Schule mit Diskriminierung umgeht. Uneinigkeit, Tabuisierung oder widersprüchliche Reaktionen können Unsicherheit erzeugen – bei Lehrpersonen ebenso wie bei Schülerinnen und Schülern. Wo Lehrpersonen respektvoll, faktenbasiert und solidarisch miteinander umgehen, entsteht dagegen Vertrauen und Orientierung für die ganze Schulgemeinschaft.
Ein respektvolles Miteinander im Kollegium ist die Grundlage dafür, dass Schule glaubwürdig nach aussen wirkt. Unterschiedliche Meinungen und Haltungen gehören zum schulischen Alltag – entscheidend ist, wie das Team damit umgeht.
Offene Gesprächsräume, klare Verfahren und gegenseitige Unterstützung stärken das Vertrauen und ermöglichen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Wo Mitarbeitende Verantwortung füreinander übernehmen, entstehen Sicherheit und Orientierung für die gesamte Schulgemeinschaft.
Verbindlichkeit entsteht, wenn Werte und Verfahren gemeinsam getragen werden. Dazu gehören gemeinsame Orientierungen, etwa Leitlinien für Kommunikation und Zusammenarbeit sowie eine klare Haltung gegen Diskriminierung. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Förderung von Kompetenzen im Kollegium, zum Beispiel in Gesprächsführung, Deeskalation und im professionellen Umgang mit Vielfalt. Ein bewusst gestalteter schulischer Friedensraum bietet einen verlässlichen Rahmen für den Umgang mit Spannungen, Konflikten und Diskriminierung. Transparente Verfahren, klare Zuständigkeiten und eine nachhaltige Verankerung in schulischen Strukturen sichern die Wirkung langfristig.