Das Projekt „In Frieden lernen“ wurde als Reaktion auf vermehrte Vorfälle von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus im Kontext des Nahostkonflikts an Schulen und Bildungsorganisationen entwickelt. Initiiert wurde das Projekt von der Pädagogischen Hochschule Zürich, der Bildungsdirektion des Kantons Zürich und der Stadt Zürich. Ziel ist es, Lehrpersonen und Schulen dabei zu unterstützen, rassistische und antisemitische Diskriminierung sowie Polarisierung im schulischen Kontext wahrzunehmen, einzuordnen und aktiv anzugehen. Schülerinnen und Schüler sollen sich in der Schule als gleichwertig erleben können – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit. Pädagogische Verantwortung bedeutet, Diskriminierung und Grenzverletzungen ernst zu nehmen und angemessen darauf zu reagieren.
„In Frieden lernen“ unterstützt Sie dabei, Kinder und Jugendliche in herausfordernden Situationen zu schützen und pädagogisch fundiert zu handeln, Diskriminierung und diskriminierende Erfahrungen als Lerngelegenheiten im Unterricht aufzugreifen und konstruktiv zu bearbeiten sowie auf geeignete Unterrichtsmaterialien und auf Fachstellen und weiterführende Angebote zurückzugreifen.
Unsere Hoffnung ist es, Schulen als Orte zu stärken, an denen Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen und Eltern respektvoll miteinander umgehen und im Dialog zusammenleben.
Damit setzt „In Frieden lernen“ Impulse im Einklang mit der EDK-Erklärung zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus an Schulen.
Zukunftsorientierung
Das Projekt verfolgt einen zukunftsorientierten Ansatz, der auf Befähigung, Reflexion und Mitgestaltung setzt. Statt fertige Perspektiven vorzugeben, möchten wir Handlungsspielräume eröffnen und zum gemeinsamen Lernen einladen.
Diese Website wurde in Zusammenarbeit mit Behördenmitgliedern, NGOs sowie Vertreter:innen von Religionsgemeinschaften entwickelt. Expert:innen und Betroffene haben ihre Erfahrungen und ihre fachliche Expertise im Engagement für ein friedliches Zusammenleben an Schulen eingebracht.
Pädagogische Hochschule Zürich (Projektleitung, Mitfinanzierung)
Volksschulamt Kanton Zürich, Bildungsdirektion Kanton Zürich (Mitfinanzierung)
Präsidialdepartement der Stadt Zürich (Mitfinanzierung)
Fachstelle Diversität, Integration, Antirassismus der Stadt Zürich
Fachstelle für Gewaltprävention Stadt Zürich, Schulamt der Stadt Zürich
Schulpsychologischer Dienst Stadt Zürich
Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG)
Plattform Liberale Juden Schweiz (PLJS)
Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ)
Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA)
Zürcher Forum der Religionen (ZFR)
Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog (ZIID)
National Coalition Building Institute Schweiz (NCBI)
Stiftung für Erziehung zur Toleranz (SET)
Ummah – Muslimische Jugend Schweiz
Projektleitung: Judith Hollenweger & Wiltrud Weidinger
Fachexpert:innen: Sabina Brändli, Kai Felkendorff, Eva Pruschy
Die Plattform „In Frieden lernen“ wurde im Rahmen eines einjährigen Projekts entwickelt. Sie versteht sich als niederschwelliger Prototyp und als Ausgangspunkt für eine weiterführende, institutionell angebundene Plattform zum Umgang mit Diskriminierung.
Die Plattform „In Frieden lernen“ unterstützt Schulen dabei, Diskriminierung zu erkennen, wirksam zu handeln und langfristig vorzubeugen. Sie verbindet Situationsanalyse, Strategien, Fallbeispiele und Unterstützungsangebote, um Schulen schnell Orientierung und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu geben.
Die Plattform richtet sich an alle, die im Schulalltag in Kanton Zürich Verantwortung tragen: Lehrpersonen, Schulleitungen, Schulsozialarbeit, Eltern, Fachstellen und Schüler:innen. Sie Orientierung und konkrete Unterstützung – vom schnellen Handeln im Vorfall bis zur langfristigen Schulentwicklung.
Sie finden eine strukturierte Übersicht zu typischen Situationen, die in Schulen auftreten, Strategien für wirksames Handeln, Fallbeispiele aus der Praxis sowie Fachstellen, Materialien und Weiterbildungen, die Schulen unmittelbar unterstützen.
Starten Sie mit einem Beziehungskontext oder einem Fallbeispiel, das möglicherweise an eigene Erfahrungen oder Beobachtungen anknüpft. Von dort aus führen Verlinkungen zu passenden Strategien, Unterstützungsangeboten und Materialien, die aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten sich in konkreten Situationen eröffnen.
Im akuten Fall steht die Sicherung der Situation im Vordergrund: Unterbrechen Sie den Vorfall, sorgen Sie für Ruhe und Schutz und ziehen Sie bei Bedarf Unterstützung hinzu. Dokumentieren Sie den Vorfall und informieren Sie Ihre Schulleitung oder Schulsozialarbeit.
Diskriminierung zeigt sich je nach Kontext sehr unterschiedlich. Statt bei einzelnen Themen anzusetzen, führt die Plattform über Beziehungskontexte und Muster. So lassen sich Situationen differenziert einordnen und vorschnelle Schlüsse vermeiden.
Weil Diskriminierung im Schulalltag immer in Beziehungen zeigt, z. B. zwischen Kindern, zwischen Lehrpersonen, Schülern und Schülerinnen, oder zwischen Schule und Familie. Beziehungskontexte helfen, Beteiligte, Verantwortlichkeiten und Handlungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.
„Aktiv werden“ heisst für Schulen, nicht abzuwarten, bis sich Probleme zuspitzen, sondern frühzeitig Verantwortung zu übernehmen: gemeinsame Werte zu leben, soziale und demokratische Kompetenzen zu stärken und klare Abläufe zu schaffen. In Zusammenarbeit mit Team, Eltern und Fachstellen entstehen so tragfähige Lösungen.
Die Plattform startet mit wenigen Fallbeispielen, weil sie sorgfältig kuratiert und auf Fokusgruppengesprächen mit Lehrpersonen, Schulleitungen und Fachpersonen basieren. Jedes Beispiel wurde vertieft ausgearbeitet, damit es zeigt, wie akut gehandelt werden kann und wie eine Problematik längerfristig bearbeitet werden kann. Weitere Fallbeispiele folgen, sobald sie ebenso geprüft und aufbereitet wurden.
Alle Beratungsstellen, Angebote und Materialien wurden sorgfältig geprüft und gezielt ausgewählt, weil sie im Kanton Zürich anerkannt, fachlich ausgewiesen und für Schulen praxisnah nutzbar sind. Die Auswahl basiert auf Empfehlungen von Fachpersonen, Schulbehörden, wissenschaftlichen Partnern sowie auf Erfahrungen aus Fokusgruppen mit Lehrpersonen und Schulleitungen. Berücksichtigt wurden nur Angebote, die qualitätsgesichert, zugänglich und für unterschiedliche Schulsituationen wirksam einsetzbar sind.
Nutzen Sie die Hinweise zu Anzeichen, Dynamiken und Ursachen, um Ihre Situation einzuordnen. Wenn Sie dennoch unsicher bleiben, wenden Sie sich an Ihre Schulleitung, Schulsozialarbeit oder die zuständige Schulbehörde oder an externe Fach- und Beratungsstellen.
Die Inhalte werden laufend aktualisiert und in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Zürich, der Bildungsdirektion des Kantons Zürich und relevanten Fachstellen überprüft. Fallbeispiele, Materialien und Angebote werden kontinuierlich erweitert.
Ja. Alle Inhalte dieser Plattform sind ausdrücklich dafür gedacht, im Unterricht, in Teams, für Weiterbildung oder an Elternabenden eingesetzt zu werden.
Je nach Situation an die Schulleitung, die Schulsozialarbeit, oder eine externe Beratungs- und Meldestelle, die für Ihre Gemeinde zuständig ist. Eine Übersicht finden Sie unter „Unterstützung“.
Starten Sie gemeinsam mit einem Fallbeispiel oder einem Beziehungskontext, diskutieren Sie die zugehörigen Dynamiken und Strategien und nutzen Sie die Plattform als Vorlage für pädagogische Teamsitzungen, Schutzkonzeptarbeit oder Schulentwicklungstage.