Aktiv Werden

Netzwerke bilden und pflegen

Schule gelingt dort am besten, wo Verantwortung gemeinsam getragen wird und externe Unterstützung gezielt einbezogen wird. Schulleitung, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern wirken gemeinsam an einer tragfähigen Schulkultur mit. Ergänzt werden sie durch Fachstellen, Weiterbildungsangebote und Netzwerke, die Orientierung geben, entlasten und die Schule in komplexen Situationen handlungsfähig halten.

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Lehrpersonen und Schulleitung

Ziel

Die Handlungssicherheit von Lehrpersonen und Schulleitungen wird gestärkt und die Schule in komplexen Fällen entlastet, indem schulinterne und externe Fachnetzwerke verlässlich aufgebaut und gepflegt werden.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden

  • Unterstützung in belastenden Situationen sichern: Die Zusammenarbeit mit Schulpsychologischem Dienst (SPD), Schulsozialarbeit (SSA) sowie schulärztlichen Diensten wird als verlässliche Unterstützung bei komplexen psychosozialen Fragestellungen gepflegt.
  • Interne Ansprechpersonen definieren: Klare interne Zuständigkeiten (z. B. Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrpersonen, themenspezifische Verantwortliche) schaffen Orientierung für Kollegium, Schülerinnen und Schüler.
  • Wissen im Team teilen: Erkenntnisse aus Weiterbildungen und externen Inputs werden im Kollegium weitergegeben und gemeinsam reflektiert, um Wissen nachhaltig zu verankern.
  • Externe Netzwerke pflegen: Der regelmässige Austausch mit kantonalen oder kommunalen Fachstellen stellt sicher, dass im Bedarfsfall rasch Unterstützung beigezogen werden kann.
  • Rechtlicher Rahmen klären: Klarheit über eigene Zuständigkeiten und kantonal geregelte Meldepflichten unterstützt ein sicheres und angemessenes Vorgehen.

Schülerinnen, Schüler und Familien

Ziel

Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und der Mitverantwortung, indem Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung für die schulseitig geltenden Grundwerte (gemäss Volksschulgesetz) unterstützt werden, sodass das Verhalten der Kinder in der Schule respektvoll und tolerant ist, während die Meinungsfreiheit und die Freiheit persönlicher Gewissens- und Wertentscheidungen gewahrt bleiben.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden:

  • Dialog mit Eltern pflegen: Der Austausch mit Eltern wird aktiv gestaltet, insbesondere bei sensiblen oder kontroversen Themen, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und Missverständnisse frühzeitig zu klären.
  • Beteiligung ermöglichen: Formelle und informelle Mitwirkungsmöglichkeiten (z. B. Klassenräte, Elternforen oder Projektgruppen) stärken das Zugehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit der Schule.
  • Vertrauensvolle Ansprechbarkeit sichern: Vertrauenspersonen sowie interne und externe Meldewege sind klar benannt und bekannt, damit Schülerinnen, Schüler und Familien wissen, an wen sie sich bei Anliegen wenden können.
  • Transparenz schaffen: Die Haltung der Schule zu Respekt, Vielfalt und Nulltoleranz sowie das Vorgehen bei Diskriminierung werden verständlich und nachvollziehbar kommuniziert.
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Externe Stellen und Zivilgesellschaft

Ziel

Die Schule wird durch externe Fachstellen und zivilgesellschaftliche Akteure fachlich entlastet und in ihrem Handeln ergänzt. Externe Perspektiven, spezialisierte Expertise und zusätzliche Ressourcen unterstützen Schulen dabei, angemessen und sicher mit Diskriminierung, Konflikten und Krisen umzugehen.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden:

  • Fachberatung beiziehen: Unabhängige Antidiskriminierungsstellen sowie spezialisierte Fachpersonen unterstützen Schulen bei der Einordnung von Vorfällen und bei der Entwicklung geeigneter weiterer Schritte.
  • Unterstützung für Betroffene sicherstellen: Externe Beratungs- und Unterstützungsangebote für psychosoziale und rechtliche Fragen sind bekannt und zugänglich, damit Betroffene nicht allein gelassen werden.
  • Weiterbildungen gezielt nutzen: Praxisnahe Weiterbildungsangebote externer Anbieter (z. B. Pädagogische Hochschulen, Fachstellen oder NGOs) werden so eingebunden, dass sie konkrete Impulse für Unterricht, Schulkultur und Teamarbeit liefern.
  • Materialien und Tools einsetzen: Didaktische Materialien und digitale Tools externer Fachstellen unterstützen die pädagogische Arbeit und entlasten den Unterricht.
  • Workshops und Begegnungen ermöglichen: Externe Partner werden für altersgerechte Präventions-, Dialog- oder Begegnungsangebote in Klassen und Schulen beigezogen.
  • Vernetzung sichtbar machen: Zugänge zu externen Angeboten, Kontakten und Ressourcen werden gebündelt und für Schulen leicht zugänglich gemacht, um Unterstützung rasch finden zu können.
Unterstützung und Materialien

Wer kann unterstützen?

Für Netzwerke bilden und pflegen sind die richtigen Kontakte und Fachstellen der Schlüssel zur Handlungsfähigkeit in komplexen Diskriminierungsfällen.

Anlaufstellen und Fachnetzwerke
  • Fachstellen für Gewaltprävention: Unterstützen Schulen bei den Themen Gewalt und Grenzverletzungen, Fachstelle der Stadt Zürich führt eine spezialisierte Meldestelle für rassistische Vorfälle in der Schule.
  • Schulsozialarbeit (SSA) und Schulpsychologischer Dienst (SPD): Dienen als zentrale Vertrauenspersonen und Ansprechpartner für Eltern bei Konflikten und psychosozialen Fragen.
  • Dachverbände und kantonale Vereine der Elternräte: Bieten Expertise und Muster für Elternforen, Klassenräte und andere Partizipationsstrukturen. Sie unterstützen die Schule bei der niederschwelligen Einbindung von Familien.
  • Religiöse und Kulturelle Organisationen (z.B. VIOZ, SIG): Partner für den Dialog und die fachliche Beratung zu spezifischen Anliegen und Konflikten im Schulalltag.
  • Fachstellen Migration und interkulturelle Bildung (PHs / Kantone): Stellen interkulturelle Übersetzer und Mediatoren bereit oder vermitteln diese. Diese sind essenziell für den aktiven Dialog zu kontroversen Themen mit Familien mit Migrationshintergrund.
  • Onboarding-Materialien: Unterlagen zur Einführung neuer Lehrpersonen in Schutzkonzepte, Vertrauenspersonen und schulische Zuständigkeiten.
  • Kommunikationsvorlagen: Mustertexte zur transparenten Information von Eltern über Ansprechpersonen, Meldewege und die Nulltoleranz-Haltung der Schule.
  • Leitfäden zur Meldepflicht KESB: Dokumente, die rechtliche Pflichten klar darstellen und die Abgrenzung zwischen schulischen Massnahmen und einer Meldung an die KESB erläutern.

Weitere Themen zu 'Aktiv werden'

Gemeinsame Orientierung finden

--> Etablierung eines gemeinsamen Wertefundaments und einer klaren Haltung.

Kompetenzen fördern

--> Aufbau und Stärkung notwendiger Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Friedensraum Schule gestalten

--> Verankerung von Kultur und Verfahren.

Nachhaltigkeit sichern

--> Langfristige Wirksamkeit und Entwicklung