Aktiv Werden

Friedensraum Schule gestalten

Eine Schule wird dann zum Friedensraum, wenn sie verlässliche Strukturen, transparente Verfahren und eine Kultur des Vertrauens pflegt. Sicherheit und Schutz entstehen nicht von selbst, sondern durch klare Abläufe, gemeinsame Verantwortung und regelmässig gelebte Prävention. So wird Schule zu einem Ort, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene respektvoll miteinander lernen und Konflikte konstruktiv bearbeiten können.

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Offene Schulkultur aufbauen und pflegen

Ziel

Vielfalt wird als selbstverständlicher Bestandteil der Schulkultur anerkannt und wertgeschätzt. Schulen schaffen damit ein Umfeld, das Diskriminierung entgegenwirkt und Zugehörigkeit für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft stärkt.

Orientierungshilfen beim Aktivwerden:

  • Schulkultur reflektieren: Alle Bereiche des Schulalltags – vom Unterricht über Regeln und Rituale bis zu Pausen- und Kommunikationsformen – werden regelmässig reflektiert, um diskriminierende Praktiken und unbewusste Voreingenommenheiten zu erkennen und abzubauen (Whole School Approach).
  • Auseinandersetzung und Weiterbildung fördern: Lehrpersonen und Schulteams setzen sich kontinuierlich mit Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus und Diskriminierung auseinander und nutzen entsprechende Weiterbildungsangebote.
  • Niederschwellige Rückmeldemöglichkeiten schaffen: Sichere und gut zugängliche Ansprechstellen ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, Eltern und Mitarbeitenden, Anliegen oder Kritik offen zu äussern – ohne Angst vor negativen Folgen.
  • Vielfalt sichtbar leben: Vielfalt wird im Schulalltag aktiv sichtbar gemacht und wertgeschätzt, etwa bei Festen, in der Mensa, in Projekten oder in der Schulkommunikation.

Verbindliches Konflikt- und Krisenmanagement etablieren

Ziel

Klare, faire und verlässliche Verfahren für Beschwerden, Interventionen und den Umgang mit Krisen geben Orientierung und setzen die Nulltoleranz-Haltung der Schule in nachvollziehbares Handeln um.

Orientierungshilfen beim Aktivwerden:

  • Klare Beschwerdewege festlegen: Für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Mitarbeitende bestehen verständliche und gut kommunizierte Wege, um Vorfälle oder Anliegen zu melden (z. B. über Ansprechpersonen oder einfache Meldesysteme).
  • Vorgehen für Ernstfälle klären: Schulen verfügen über abgestimmte Abläufe, die im Ernstfall Sicherheit geben und ein ruhiges, besonnenes und koordiniertes Handeln ermöglichen.
  • Interventions- und Präventionskonzepte verankern: Konzepte zu Mobbing, Rassismus, Antisemitismus und anderen Diskriminierungsformen werden entwickelt, regelmässig überprüft und weiterentwickelt.
  • Schlichtung und Mediation stärken: Schulinterne Schlichtungsangebote (z. B. Peer-Mediation oder Interventions-Teams) helfen, Konflikte frühzeitig und eigenverantwortlich zu bearbeiten.
  • Dokumentation und Reflexion sichern: Vorfälle und Erfahrungen werden dokumentiert und ausgewertet, um aus ihnen zu lernen und die Wirksamkeit der Massnahmen zu überprüfen.

Partizipative Kultur und Befähigung zum Miteinander

Ziel

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft erleben Mitgestaltung als selbstverständlich. Partizipation stärkt Selbstwirksamkeit, Verantwortungsgefühl und das gemeinsame Engagement für ein respektvolles Miteinander.

Orientierungshilfen beim Aktivwerden:

  • Mitwirkung verbindlich ermöglichen: Klassenräte, Schülerparlamente und andere Beteiligungsformen werden regelmässig genutzt und ernst genommen.
  • Gemeinsame Verantwortung fördern: Schülerinnen und Schüler sowie Eltern werden in Arbeitsgruppen oder Prozesse zur Weiterentwicklung von Regeln, Schutzkonzepten oder Schulprojekten einbezogen.
  • Prävention sichtbar machen: Projekttage, Präventionswochen und Workshops zu Respekt, Vielfalt und Gewaltfreiheit werden regelmässig durchgeführt und im Schulalltag verankert.
  • Wirkung überprüfen: Rückmeldungen und einfache Evaluationen helfen, Massnahmen anzupassen und nachhaltig weiterzuführen.
  • Externe Partner einbeziehen: Begegnungs- und Bildungsangebote mit externen Partnern (z. B. Respect, Likrat, VIOZ, ZIID) erweitern Perspektiven und bringen zusätzliche Expertise in die Gestaltung des Friedensraums ein.
Unterstützung und Materialien

Wer kann unterstützen?

Die Gestaltung eines schulischen Friedensraums wird durch interne Fachpersonen sowie durch externe Partner und praxiserprobte Instrumente unterstützt. Sie helfen Schulen, Krisenmanagement, Partizipation und Schulkulturentwicklung verlässlich umzusetzen.

Anlaufstellen und Fachnetzwerke
  • Externe Konflikttrainer und Mediatoren: Unterstützen Schulen bei der Einführung und Weiterentwicklung von Schlichtungssystemen (z. B. Peer-Mediation) sowie bei der Schulung von Lehrpersonen in Deeskalation und Konfliktbearbeitung.
  • Organisationen zur Förderung der Partizipation: Fachstellen und Dachverbände von Schüler- und Elternräten beraten Schulen bei der verbindlichen Einrichtung und Aktivierung von Mitwirkungs- und Beteiligungsgremien, etwa im Zusammenhang mit Schutzkonzepten oder Schulregeln.
  • Kantonale Stellen für Krisenmanagement: Stellen Leitfäden, Checklisten und Orientierungshilfen zur Verfügung, die Schulen bei der Krisenkommunikation und beim Umgang mit schwerwiegenden Vorfällen unterstützen (vgl. Umgang mit Krisen in Schulen).
  • Education21: Rassimusprävention als Teil einer nachhaltigen Schulkultur: Themendossiers und Praxisbeispiele zur Verknüpfung von Rassismusprävention, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Schulentwicklung.
  • Musterleitfäden für Beschwerde- und Krisenmanagement: Dokumente der Dokumente von Bildungsbehörden oder Pädagogischen Hochschulen zur Entwicklung klarer und nachvollziehbarer Beschwerdewege sowie abgestimmter Interventionsabläufe.
  • Checklisten für den Whole School Approach: Tools zur kritischen Selbstreflexion der Schule (z.B. in Lehrmitteln, Schulordnung, Pausengestaltung) auf diskriminierende Praktiken.
  • Präventionskonzepte: Vorlagen und Handreichungen zur Entwicklung verbindlicher Konzepte gegen Mobbing, Rassismus, antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus sowie andere Formen von Diskriminierung.

Weitere Themen zu 'Aktiv werden'

Gemeinsame Orientierung finden

--> Etablierung eines gemeinsamen Wertefundaments und einer klaren Haltung.

Kompetenzen fördern

--> Aufbau und Stärkung notwendiger Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Netzwerke bilden und pflegen

--> Nutzung interner und externer Unterstützung.

Nachhaltigkeit sichern

--> Langfristige Wirksamkeit und Entwicklung