Aktiv Werden

Kompetenzen fördern

Schulen befähigen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Diskriminierung zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und Vielfalt konstruktiv zu gestalten. Dafür braucht es unterschiedliche Kompetenzen – sozial-emotionale und kommunikative ebenso wie historisch-politische und solche im Umgang mit Vielfalt. Entscheidend ist, dass diese Kompetenzen nicht punktuell vermittelt, sondern im Unterricht, in Projekten und in der Schulkultur kontinuierlich aufgebaut und eingeübt werden.

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Sozial-emotionale und kommunikative Kompetenzen aufbauen

Ziel

Empathie, Zivilcourage sowie eine konstruktive Dialog- und Streitkultur werden nachhaltig gestärkt, damit Konflikte eigenverantwortlich, respektvoll und deeskalierend bearbeitet werden können.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden

  • Konfliktfähigkeit langfristig aufbauen: Schülerinnen und Schüler erwerben über alle Stufen hinweg Kompetenzen im konstruktiven Umgang mit Konflikten und in Deeskalation.
  • Eigenverantwortung stärken: Peer-Education-Ansätze (z. B. Streitschlichtung, Prävention von Mobbing) fördern Verantwortung und Handlungssicherheit im Schulalltag.
  • Empathie und Perspektivenwechsel fördern: Regelmässige Gesprächsrunden (z. B. Klassenrat), Rollenspiele und Übungen zum Perspektivenwechsel unterstützen das soziale Lernen.
  • Feedbackkultur etablieren: Verlässliche Feedbackroutinen helfen, Erfahrungen zu reflektieren und die eigene Wirkung wahrzunehmen – insbesondere nach Konflikten oder Vorfällen.
  • Zivilcourage einüben: Konkrete Situationen werden gemeinsam besprochen und trainiert, um angemessenes Eingreifen bei Diskriminierung zu normalisieren.

Geschichtsbewusstsein, Demokratie- und Medienkompetenz fördern

Ziel

Historische Aufklärung, demokratisches Denken, die Anerkennung von Grundrechten und eine kritische Mediennutzung als kontinuierliche Kompetenzen sind gemäss Lehrplan verbindlich im Unterricht zu verankern.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden

  • Historische Bildung verankern: Holocaust Education, Menschenrechtsbildung und die Auseinandersetzung mit Geschichte von Ausgrenzung und Gewalt sind feste Bestandteile des Unterrichts und der Schulkultur.
  • Pädagogische Aufarbeitung: Historische und aktuelle Formen von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung werden sachlich eingeordnet und reflektiert (z.B. koloniales Erbe, strukturelle Diskriminierung).
  • Demokratie und Kontroversität: Unterricht zu Demokratie, Grundrechten und kontroversen gesellschaftlichen Fragen fördert Urteilsfähigkeit und Differenzierungsvermögen (vgl. Beutelsbacher Konsens).
  • Medienkompetenz aufbauen: Kritische Quellenarbeit sowie die Auseinandersetzung mit Filterblasen, Algorithmen, Desinformation und Hassrede sind regelmässiger Bestandteil des Unterrichts.
  • Aktuelle Bezüge herstellen: Politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Minderheiten werden alters- und stufengerecht thematisiert.

Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt stärken

Ziel

Vielfalt wird als Normalität im Schulalltag verankert. Wissen über Religionen, Kulturen und Weltanschauungen sowie direkte Begegnung und Perspektivenwechsel tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen.

Orientierungshilfen für das Aktivwerden

  • Begegnung ermöglichen: Begegnungsformate mit Religionsgemeinschaften und kulturellen Gruppen werden bewusst organisiert, pädagogisch vorbereitet und gemeinsam reflektiert (z. B. Moschee- oder Synagogebesuche).
  • Vielfalt im Unterricht sichtbar machen: Unterrichtsmaterialien zu Vielfalt, Antidiskriminierung und Interkulturalität bilden unterschiedliche Lebensrealitäten ab.
  • Perspektivenvielfalt stärken: Projekte machen Zugehörigkeit, unterschiedliche Lebensentwürfe und Perspektiven im Unterricht und in der Schulkultur sichtbar.
  • Stereotype reflektieren: Regelmässige Übungen und Gespräche unterstützen Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen dabei, eigene Vorurteile zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.
Unterstützung und Materialien

Wer kann unterstützen?

Die Förderung von Kompetenzen wird durch interne Fachpersonen sowie durch externe Angebote und Materialien unterstützt. Sie helfen, Fähigkeiten im Kollegium sowie bei Schülerinnen und Schülern gezielt und nachhaltig aufzubauen.

Anlaufstellen und Fachnetzwerke
  • Schulsozialarbeit (SSA): Begleitet Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen, unterstützt bei Konflikten und fördert Peer-Education-Ansätze (z. B. Streitschlichtung, Anti-Mobbing-Teams) sowie Deeskalations- und Konfliktlösungskompetenzen.
  • Pädagogische Hochschulen (PHs): Bieten didaktische Unterstützung, Weiterbildungen und praxisnahe Materialien zur Förderung sozial-emotionaler, historischer und medienbezogener Kompetenzen.
  • Fachstellen und NGOs zu Medienkompetenz: stellen aktuelle Materialien und Angebote zur kritischen Auseinandersetzung mit Fake News, Algorithmen und Hatespeech bereit (z.B. Jugend und Medien).
  • Externe Konflikttrainer und Mediatoren: Bieten spezialisierte Kurse und Workshops zur Stärkung der Dialog- und Streitkultur in Klassen und Schulteams.
  • Themendossiers und Lernmedien (z.B. Education21, SRF School): Bieten Unterrichtsmaterialien und didaktische Grundlagen (z.B. zu Rassismus, Antidiskriminierung, Chancengerechtigkeit), um Vielfalt gemäss Lehrplan in den Unterricht zu integrieren.
  • Erklärung der EDK zur Prävention von Rassismus und Antisemitismus an Schulen
  • Holocaust Education und Gedenkstätten: Unterrichtsmaterialien und didaktische Angebote zur historischen Aufklärung über den Holocaust und die Mechanismen des Antisemitismus.
  • Materialien und Tools gegen Hatespeech (z.B. ToleranzON App): Digitale Tools, die Schüler und Schülerinnen anonym und selbsterklärend durch die Themen Hate Speech und kritische Mediennutzung führen.
  • Materialien zu Demokratiebildung/Holocaust Education: Lehrmittel und Quellenarbeit zur Integration von Menschenrechten, Grundrechten und historischer Aufklärung in den Unterricht.
  • Begegnungsprojekte (z.B. Likrat, Respect, Dialogue en Route): Ermöglichen vorbereitete und begleitete Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit, um Dialog zu fördern und Vorurteile abzubauen.
  • Religionsgemeinschaften : Ermöglichen den direkten Kontakt und das Kennenlernen von Religionen, Kulturen und Weltanschauungen als gelebte Vielfalt (z.B. VIOZ-Moscheeführungen, Führungen in den Synagogen der ICZ oder JLG in Zürich, Kontakt über Dialogue En Route),

Weitere Themen zu 'Aktiv werden'

Gemeinsame Orientierung finden

--> Etablierung eines gemeinsamen Wertefundaments und einer klaren Haltung.

Friedensraum Schule gestalten

--> Verankerung von Kultur und Verfahren.

Netzwerke bilden und pflegen

--> Nutzung interner und externer Unterstützung.

Nachhaltigkeit sichern

--> Langfristige Wirksamkeit und Entwicklung