Beziehungskontext

Lehrpersonen und Kollegium

Auch im schulischen Team wirken Dynamiken wie Polarisierung, Tabuisierung oder Schuldzuweisung. Schweigen gegenüber antisemitischen oder islamfeindlichen Aussagen kann Vorurteile verfestigen und Betroffene isolieren. Gesellschaftliche Konflikte wirken in das Kollegium hinein und machen es notwendig, gemeinsam Orientierungen zu entwickeln, Regeln für einen respektvollen Dialog zu vereinbaren und Weiterbildungsangebote wahrzunehmen.

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Einschätzung

Wie schätze ich Situationen ein?

Das Kollegium prägt massgeblich, wie eine Schule mit Diskriminierung umgeht. Uneinigkeit, Tabuisierung oder widersprüchliche Reaktionen können Unsicherheit erzeugen – bei Lehrpersonen ebenso wie bei Schülerinnen und Schülern. Wo Lehrpersonen respektvoll, faktenbasiert und solidarisch miteinander umgehen, entsteht dagegen Vertrauen und Orientierung für die ganze Schulgemeinschaft.

Woran erkenne ich Diskriminierungen?
Anzeichen
  • Werden diskriminierende Aussagen oder Vorfälle im Kollegium offen angesprochen – oder übergangen?
  • Besteht eine gemeinsame Haltung, wie bei Vorurteilen, Konflikten oder Schmierereien reagiert wird?
  • Werden persönliche Betroffenheiten respektvoll aufgenommen oder führen sie zu Polarisierungen?
  • Gibt es klare Unterstützung durch die Schulleitung, wenn Diskriminierung im Kollegium sichtbar wird?
  • In Formen von Tabuisierung werden bestimmte Themen gemieden; Spannungen bleiben unausgesprochen.
  • Polarisierung zeigt sich dort, wo unterschiedliche Haltungen sich verhärten und das Gesprächsklima sich verschlechtert.
  • Moralisierung, also schnelles Verurteilen ohne Raum für Dialog, kann Abwehr statt Verständigung erzeugen.
  • Verinnerlichte Abwertung wirkt, wenn negative Bilder über einzelne Gruppen unbewusst weiterbestehen und das Klima belasten.
  • Persönliche Betroffenheit oder Nähe zu gesellschaftlichen Konflikten (z. B. aufgrund von Herkunft, Religion oder politischer Haltung) kann Wahrnehmungen und Reaktionen im Kollegium beeinflussen.
  • Unsicherheit im Umgang mit kontroversen Themen oder die Angst, „falsch“ zu reagieren, kann dazu führen, dass Diskriminierung nicht angesprochen oder eingeordnet wird.
  • Unterschiedliche Wertevorstellungen und fehlende gemeinsame Orientierungen im Kollegium erschweren eine gemeinsame Haltung und ein abgestimmtes Vorgehen.
  • Gesellschaftliche Spannungen, etwa im Zusammenhang mit internationalen Konflikten, wirken in das schulische Team hinein und prägen Gespräche und Deutungen.

Aktiv werden

Wie können wir handeln?

Gemeinsame Haltungen finden

Ein respektvolles Miteinander im Kollegium ist die Grundlage dafür, dass Schule glaubwürdig nach aussen wirkt. Unterschiedliche Meinungen und Haltungen gehören zum schulischen Alltag – entscheidend ist, wie das Team damit umgeht.

Offene Gesprächsräume, klare Verfahren und gegenseitige Unterstützung stärken das Vertrauen und ermöglichen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Wo Mitarbeitende Verantwortung füreinander übernehmen, entstehen Sicherheit und Orientierung für die gesamte Schulgemeinschaft.

Im Schulalltag umsetzen

Verbindlichkeit entsteht, wenn Werte und Verfahren gemeinsam getragen werden. Dazu gehören gemeinsame Orientierungen, etwa Leitlinien für Kommunikation und Zusammenarbeit sowie eine klare Haltung gegen Diskriminierung. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Förderung  von Kompetenzen im Kollegium, zum Beispiel in Gesprächsführung, Deeskalation und im professionellen Umgang mit Vielfalt. Ein bewusst gestalteter schulischer  Friedensraum bietet einen verlässlichen Rahmen für den Umgang mit Spannungen, Konflikten und Diskriminierung. Transparente Verfahren, klare Zuständigkeiten und eine nachhaltige Verankerung in schulischen Strukturen sichern die Wirkung langfristig.

Fallbeispiele

Beispiele aus dem Schulalltag

Unterstützung und Materialien
Wer kann in solchen Situationen unterstützen?
Melde-, Fach- und Beratungsstellen
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