Beziehungskontext

Kinder und Jugendliche

Im Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen entstehen schnell Konflikte – etwa durch Hänseleien, abwertende Bemerkungen oder Ausgrenzung. Was zunächst harmlos erscheint, kann sich durch Gruppendruck, Schweigen oder gesellschaftlich geprägte Vorurteile verfestigen. Diskriminierung belastet dann nicht nur die Betroffenen, sondern auch das Klassenklima und das Lernen.

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Einschätzung

Wie schätze ich Situationen ein?

Nicht jeder Streit ist Diskriminierung. Entscheidend ist, ob abwertende Elemente im Spiel sind: Werden Kinder aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Sprache, ihres Aussehens oder anderer Merkmale systematisch benachteiligt oder herabgesetzt? In solchen Fällen braucht es eine klare Reaktion der Schule.

Woran erkenne ich Diskriminierungen?
Anzeichen
  • wiederholte Hänseleien oder kulturbezogene Beleidigungen
  • Ausschluss von Kindern aus Spielen, Gruppen oder Gesprächen
  • Mitläuferinnen und Mitläufer lachen mit oder schweigen, statt einzugreifen
  • Betroffene ziehen sich zurück oder meiden bestimmte Orte (z. B. den Pausenplatz)
  • Gruppendruck und das Bedürfnis dazuzugehören können diskriminierendes Verhalten verstärken
  • Vorurteile aus Familie, Medien oder Gesellschaft prägen Wahrnehmungen und Handlungen
  • Machtungleichgewichte innerhalb von Gruppen begünstigen Ausgrenzung
  • Schweigen oder Bagatellisieren signalisiert, dass diskriminierendes Verhalten akzeptiert wird
  • Übernommene Vorurteile (z. B. antisemitische, islamfeindliche oder fremdenfeindliche Stereotype)
  • Persönliche Unsicherheiten oder der Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit
  • Übernommene Rollenbilder und gesellschaftliche Normen
  • Fehlende Sensibilisierung für Diskriminierung

Aktiv werden

Wie können wir handeln?

Gemeinschaft stärken

Kinder und Jugendliche lernen im gemeinsamen Alltag, wie man miteinander umgeht, Konflikte löst und Grenzen respektiert. Diskriminierendes Verhalten entsteht dabei oft aus Unsicherheit, Nachahmung oder Gruppendruck. Entscheidend ist, dass Schulen solche Dynamiken wahrnehmen und ihnen mit klaren Regeln, Empathie und Zivilcourage begegnen.

Kinder und Jugendliche sollen erfahren, dass sie Rechte haben, dass Unterschiede erlaubt sind und dass Respekt nicht verhandelbar ist. Wenn Lehrpersonen, Betreuung und Schulleitung gemeinsam Verantwortung übernehmen, entsteht ein Umfeld, in dem Kinder füreinander einstehen und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden können.

Im Schulalltag umsetzen

Ein respektvolles Miteinander braucht klare Haltungen und verlässliche Routinen im Schulalltag. Schulen können Orientierung geben, indem sie diskriminierendes Verhalten klar benennen, nicht dulden und gemeinsam vereinbarte Regeln im Unterricht und im Pausenalltag umsetzen. Ebenso wichtig ist Förderung von Kompetenzen: Kinder brauchen Gelegenheiten, Empathie, Konfliktfähigkeit und Zivilcourage zu üben. So kann die Schule langfristig einen Raum schaffen, in dem Vertrauen wächst und Vielfalt als Bereicherung erlebt wird.

Fallbeispiele

Beispiele aus dem Schulalltag

Unterstützung und Materialien
Wer kann in solchen Situationen unterstützen?
Melde-, Fach- und Beratungsstellen
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